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New Work Coaching Blog – Resilienztraining mit Tipps aus dem Spitzensport

Als ehemalige Profi-Mountainbikerin hab' ich eine ganze Menge von dieser wunderbaren Resilienz. Und die möchte ich gern weitergeben. Für einen gesunden Business-Alltag in Zeiten von Remote Work, Transformation und Change. Hier, in meinem Blog, oder auch in meinem Business-Ratgebers, den ich im Bookboon-Verlag veröffentlicht habe. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem ersten Kapitel

Zum Business-Ratgeber

Mein persönliches Resilienztraining – Auf dem Weg zu Olympia
Als ich in den 90iger Jahren in der Nationalmannschaft der Mountainbiker trainierte, wurde das mentale Training für den Sport gerade erst entdeckt. Es stand gleichwertig neben Kraft-, Ausdauer- oder Fahrtechnikeinheiten in meinem Trainingsplan. Zusammen mit einem Sportpsychologen arbeitete ich an meiner Fähigkeit, an mich zu glauben, mich auf meine Ziele, Stärken und Erfolge zu konzentrieren sowie meine negativen Gedanken in positive umzuwandeln. Und auch daran, Niederlagen anzuerkennen und zu analysieren, aber nicht überzubewerten. Es ging vielmehr darum, sie schnell zu verarbeiten, um den Kopf freizuhaben fürs Weitermachen und für die Optimierung der Leistung. Mentales Training war für mich also echtes Resilienztraining: das Training meiner psychischen Widerstandskraft.
Heute, 30 Jahre später, arbeitet immer noch nur ein Bruchteil der internationalen Top-Sportler mit einem Mental-Coach. Aber es werden mehr. Und: Sie reden auch darüber. Wie etwa die Fußballer des FC Bayern, die auf Meditation und Yoga setzen, oder die internationalen Basketball-Stars und die Radfahrer im Feld der Tour de France, die ihre Leistung durch Achtsamkeitstraining und Visualisierung steigern.
Die Methoden, mit denen ich damals meine innere Kraft trainierte, werden heute noch genauso angewandt. Verändert haben sich allerdings die Messmethoden, mit denen man etwa die Wirkung überprüft. So hat man z. B. durch moderne Verfahren feststellen können, dass bei Visualisierungsübungen dieselben Neuronen im Gehirn aktiviert werden wie auch in der Realität – wir erleben also unsere Visualisierung wie eine reale Situation.

Die vier Schritte im Mentaltraining
1. Definition von Zielen und Wegen
2. Mentale Entspannung
3. Erkennen von Stärken − Umwandlung negativer Gedanken
4. Analyse von Erfolgen und Misserfolgen

1. Definition von Zielen und Wegen
Wer es schon einmal versucht hat, weiß: Es ist gar nicht immer einfach, sein Ziel zu definieren. Ich brauchte damals einige Jahre Erfahrung im Profisport, bis ich mein Ziel gefunden hatte: Olympia! Ich wollte 1996 dabei sein, wenn Mountainbiken das erste Mal olympisch ist. Fünf Jahre waren’s noch bis dahin. Ein langer Weg. In Deutschland gehörte ich damals zu den Top 3. Für die ganz großen, internationalen Erfolge fehlte allerdings noch einiges. Das Ziel schien also in weiter Ferne. Mein Trainer jedoch − sehr erfahren in der Begleitung von Olympia-Athleten − hielt es für erreichbar. Und damit war ich hochmotiviert. Um das Ziel näher heranzuholen und realistischer zu machen, arbeiteten wir an Zwischenschritten. An kleineren Zielen, die schon in kurzer Zeit erreichbar waren und die das große Ziel damit näher heranrückten. So definierten wir als Zwischenziele auf dem Weg zur Olympiade:
1. Siege bei regionalen Rennen in einem halben Jahr,
2. Platzierungen unter den Top 3 bei der DM in einem Jahr,
3. Teilnahme bei WM und EM in drei Jahren und schließlich
4. Olympia in fünf Jahren.
Damit hatten wir Struktur − eine gute Basis für meinen Trainingsplan. Das große Ziel schien nicht mehr so unerreichbar. Genau das brachte mir Klarheit, Motivation und reichlich Energie für die nächsten Schritte. Eine Methode, die ich später direkt in meine beruflichen Tätigkeiten übertragen konnte. Ob als Unternehmerin, Kommunikationsberaterin oder Coach: Noch heute gehören die Definition von Zielen und Wegen bzw. Strategien zu meinen besten Erfolgsrezepten im Berufsalltag.

2. Mentale Entspannung
Meditation und Achtsamkeitstraining, um im Hier und Jetzt anzukommen, gehörten für mich zum täglichen Ritual. Dabei habe ich gelernt, nur das zu reflektieren, was gegenwärtig geschieht. Also Ängste, Zweifel und negative Gedanken zu reduzieren, damit der Kopf frei ist. Hierzu gibt es die unterschiedlichsten Methoden. Wichtig dabei ist, dass jeder den Weg für sich findet, der etwas bei ihm bewegt.

3. Erkennen von StärkenUmwandlung negativer Gedanken
Menschen können unglaublich leistungsfähig sein, wenn sie ihre Stärken kennen und ihnen vertrauen können. Im Profisport wird das wieder und wieder trainiert. Und zwar mit Visualisierungsübungen sowie mit Meditation. Damit sind die Stärken für die Sportler auch wirklich präsent und sie können sie einsetzen, wenn sie gebraucht werden.
Meine große Stärke war die Fahrtechnik. Ich wusste, dass ich auf verblockten Wurzelpassagen richtig viel Zeit gut machen konnte − bergab aber auch bergauf. In der Vorbereitung zum Wettkampf übte ich dazu meine Visualisierung: Ich lernte, mir mein Ziel − meinen schnellen Downhill über die knackigen Wurzeln und das Überholen der anderen – klar vor Augen zu führen. Das gab mir am Start enorm viel Selbstvertrauen und positive Energie. Manchmal so viel, dass ich sogar auf technisch einfachen Strecken gewinnen konnte.
Natürlich habe ich auch intensiv an meinem „Entwicklungspotenzial“ gearbeitet. Wir nannten es bewusst „Entwicklungspotenzial“. Das wirkte für mich motivierender als „Schwächen“. Es machte mir Mut und Lust auf Optimierung.
Potenzial zur Optimierung gab es bei mir ganz eindeutig bei den längeren, steilen Bergaufpassagen von mehr als 15 % − ich war einfach kein Bergfloh. Um diese zu optimieren, haben wir gemessen und analysiert: Ist es schneller, wenn ich abspringe und, das Bike schiebend, laufe? Was bringt Puls und Laktat höher? Durch intensives Wechsel- und Sprinttraining konnte ich meine Schwächen etwas ausgleichen. Auch das hat mein Selbstbewusstsein gestärkt. Und mir die Angst vor steilen Passagen genommen.
Damals lernte ich: Das Umwandeln der negativen Gedanken lässt sich durch Meditation steuern. Der Trick dabei ist, seine Gedanken und Emotionen bewusst zu beobachten. Mit etwas Übung gelingt es, negative Tendenzen im Anfangsstadium zu erkennen und in positive Gedanken umzuwandeln.
4. Analyse von Erfolgen und Misserfolgen
Nach dem Wettkampf ging es an die Analyse. Was lief gut? Warum? Was lief nicht so gut? Warum? Anhand von Puls, Watt und Streckenprofil konnte ich gemeinsam mit meinen Trainern alles optimal analysieren und mit dem Trainings- und Ernährungsplan abgleichen. Durch konkrete Maßnahmen − wie intensiveres Intervalltraining, Ernährungsumstellung oder auch durch mehr Regeneration − konnte ich meine Leistung optimieren. Für mich war klar: Ich möchte nach vorne schauen und nicht bei den Fehlern hängenbleiben. Mich beflügelte es, meine Stärken zu erkennen. Wurden stattdessen zu viele Fehler analysiert, zog mich das eher herunter und schwächte mich deutlich.
In meinen Coachings werde ich oft gefragt, welche Elemente ich aus dem sportlichen Resilienztraining für den beruflichen New Work Alltag empfehle. Die Antwort ist: Genau dieselben − die persönlichen Ressourcen und eigenen Stärken erkennen und das individuelle Ziel mit Zwischenzielen definieren. Stellen Sie sich also Fragen wie: Wo stehe ich gerade? Was kann ich besonders gut? Wo habe ich Entwicklungspotenzial? Was ist mein Ziel? Was will ich wirklich? Was kann ich dafür tun? Wer kann mir dabei helfen? Was lief gut? Warum? Was hat mich zufriedengestellt? Welchen Anteil habe ich daran? Und wie belohne ich mich, wenn ich das Ziel erreicht habe? Wie das geht, erfahren Sie in meinem Buch "Resilienztraining" Link zum Business-Ratgeber

Ich freu' mich auf Ihr Feedback!

Suchbegriffe in diesem Beitrag:
Business Coaching, New Work Coaching, Resilienztraining

Laura Burckhardt
TA-Beraterin (DGTA)

Zertifizierte BAFA Beraterin Förderung unternehmerischen Know-hows

Aberlestr. 18
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M +49 (0) 0171 8351322

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